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Große Mehrheit votiert für Reform der Psychotherapeutenausbildung

25. Deutscher Psychotherapeutentag in München

Berlin, 17. November 2014. Mit einer klaren Zweidrittelmehrheit hat der 25. Deutsche Psychotherapeutentag (DPT) in München für eine Ausbildungsreform votiert, die eine Approbation nach einem wissenschaftlichen Hochschulstudium auf Masterniveau anstrebt (Direktausbildung). In einer anschließenden Weiterbildung soll eine Schwerpunktsetzung in der Behandlung von Erwachsenen oder Kindern und Jugendlichen sowie in einem der wissenschaftlich anerkannten Verfahren erfolgen.

Den gesamten Beschluss zur Reform der Psychotherapeutenausbildung finden Sie unter folgendem Link:

Weiterhin gab es Resolutionen zu folgenden Themen die in folgenden Downloads zu finden sind:

Bitte beachten Sie, dass die beigefügten Dokumente/Links vorbehaltlich des Protokolls zum 25. DPT zu verstehen sind. 

Ein ausführlicher Bericht des 25. DPT auf der Seite der Bundespsychotherapeutenkammer 

DFT-Präsident
Univ. Prof. Dr. phil. Rainer Richter

  

Am 25. DPT nahm auch die DFT-Präsidiums-Beauftragte und PiA-Sprecherin Ricarda Müller als Delegierte der Hamburger Psychotherapeutenkammer teil. Sie berichtet:

In meinem Redebeitrag verwies ich auf den Genderaspekt in der zukünftigen Patientenversorgung: „Wenn ich mir die Situation an den Universitäten und den Ausbildungsinstituten ansehe, sind wir inzwischen ein vor allem weiblicher Berufsstand geworden. Ich schätze die Arbeit von Frauen sehr, aber ich sehe hier eine Verarmung in der Patientenversorgung. Diese werden in Zukunft kaum noch die Möglich haben, einen männlichen Psychotherapeuten zu wählen“. Diese geringe  Attraktivität stellte ich in Zusammenhang mit den katastrophalen finanziellen Ausbildungsbelastungen, dem auch perspektivisch geringen Gehalt in der Hierarchie der Heilberufe sowie den geringen Aufstiegschancen die u.a. durch die Befugniseinschränkung gegeben sind.
Weiter zeichnete ich die Vision, durch die Ausbildungsreform eine  Vergütung zu erhalten, von der die Ausbildungskandidaten auch leben können. Dieses schließt die Festschreibung eines Rechtsstatus ein, der z.B. auch die Sicherung von Kranken- & Rentenversicherung ermögliche.

Ferner verwies ich auf die Möglichkeiten des erweiterten Berufsbildes und plädierte dafür, dass die Profession eigenverantwortlich über ihr weiteres Berufsbild entscheidet – unabhängig von den oft langwierigen Prozessen des Gesetzgebers. Auch wenn noch nicht alle Fragen z.B. der Finanzierung geklärt sind, so warb ich dafür, diese Chance auf eine Veränderung zu nutzen und votierte für das beschlossene Ausbildungsmodell.

Mit besten Grüßen

Ricarda Müller
Präsidiumsbeauftrage PiAs

        

Liebe Mitglieder, Kollegen und Freunde, 

 

Gern möchten wir Sie auf einen Artikel in der "Zeit" zum Thema Ausbildungsreform aufmerksam machen.

"Wir wollen eine gute Ausbildung und gute Leistung für gutes Geld" - dieser Forderung der Psychotherapeuten in Ausbildung  wird sich jeder anschließen können. Die Realität sieht in der Psychotherapieausbildung (PP und KJP) nach wie vor anders aus: den hohen Ausbildungskosten steht eine mangelhaft ausgebaute Finanzierung der praktischen Tätigkeiten der Psychotherapeuten in Ausbildung gegenüber. Dagegen protestieren seit einigen Jahren Psychotherapeuten in Ausbildung, fordern Änderungen im Psychotherapeutengesetz (PsychThG), mehr Unterstützung durch die Fach- u. Berufsverbände, eine gerechte Honorierung der praktischen Arbeitszeiten und mehr Verantwortungsübernahme durch die Ausbildungsinstitute. 

Am kommenden Wochenende trifft sich der Deutsche Psychotherapeutentag zum bisherigen Höhepunkt des Ringens um eine einheitliche Empfehlung zur Gesetzesänderung an die Politik.

Wir wünschen allen Delegierten und Verantwortlichen Weitblick und Entschlossenheit, nötige Schritte in Richtung Verbesserung der Ausbildungsbedingungen zu gehen. 


DFT e.V. - Humboldtstraße 94 - 22083 Hamburg